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Papst Pius XII.  
(Seligsprechungsprozess ist im Gange) 

Presseberichte zu Pius XII.

   

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Presseberichte

 

Neue Informationen zu Pius XII. finden Sie unter:

http://www.kath.net


  • Historiker Sir Martin Gilbert verteidigt Pius XII.
    Goebbels sah in ihm einen Feind des Nationalsozialismus

    ROM, 21. Februar 2003 (ZENIT.org).- Sir Martin Gilbert gilt als eine der größten lebenden Historiker. Er ist jüdischer Herkunft und hat die Bemühungen Pius XII. während des Zweiten Weltkrieges immer wieder öffentlich verteidigt.

    In einem am 2. Februar von dem Fernsehsender C-Span (http://www.c-span.org) übertragenem Interview während des Programmes "In depth" wurde ihm die Frage gestellt, ob der Pacelli-Papst den Nazis gegenüber passiv war. Sir Martin antwortete: "Bitte lesen sie mein neues Buch, "The Righteous". Dort habe ich ausführlich über die katholische Kirche geschrieben. Einige ihrer Kirchenfürsten spielten eine herausragende Rolle bei der Rettung der Juden, auch viele Priester und normale Katholiken spielten ebenso eine exponierte Rolle. Der Papst wurde von Propagandaminister Dr. Goebbels beschuldigt, in seiner Botschaft vom Dezember 1942 Partei für die Juden ergriffen zu haben, in welcher er den Rassismus kritisierte. Auch spielte der Papst eine Rolle bei der Befreiung von 3/4 der römischen Juden, die ich detailliert beschreibe. Als die SS kam und versuchte, die 5.000 Juden zusammenzutreiben, waren mindestens 4.000 im Vatikan und an anderen katholischen Orten untergebracht [...]. Ich hoffe somit, dass mein Buch in gewisser Weise auf der Grundlage von historischen Fakten die wahren und wunderbaren Hilfeleistungen der Katholiken für die Juden während des Krieges wieder herstellen".

    Gilbert ist Experte für den Zweiten Weltkrieg und die Shoah. Im Jahre1968 wurde er zum offiziellen Biographen von Sir Winston Churchill ernannt. Er ist Autor von 70 Büchern, von denen nur einige wie "The Holocaust; Auschwitz and the Allies; The First World War; The Second World War; and "A History of The Twentieth Century" zu nennen sind.

    Für sein historisches Schaffen wurde er 1995 mit dem Titel Sir ausgezeichnet.

    Vor drei Jahren publizierte Gilbert das Buch "Never Again: A History of the Holocaust". In einem Interview mit der United Press International sagte er hierzu: "Christen gehörten zu den ersten Naziopfern [...] was ich unter anderem in meinem Buch herausarbeiten will, ist, dass die christlichen Kirchen einen sehr mächtigen Stand einnahmen [...] In keiner Phase des Holocaust zögerte die Kirche in ihrer Standhaftigkeit [...]. All die großen Bischöfe Frankreichs protestierten gegen die Deportationen [...]. Polen hatte mehr gerechte Heiden als irgend ein anderes Land".

    In seinem Buch versichert Gilbert, es sei ihm nicht entgangen, dass einige Christen sich den Nazis nicht wiedersetzten und so ihren Glauben verletzten, doch, so sagte er, taten sie das "trotz" und nicht "aufgrund" ihrer Religion. Und das treffe insbesondere für die katholische Kirche zu, deren moralische Lehre gegen Rassismus, Antisemitismus und Mord ganz eindeutig war [...]. "Ich versuche herauszufinden, was die katholische Kirche und die Kirchenvertreter und Pacelli selbst eigentlich wirklich getan haben. Für Pacelli war der Prüfstein, als die Gestapo nach Rom kam und die Juden zusammentreiben wollte. Die katholische Kirche hatte damals auf sein direktes Geheiß so viele Juden wie möglich an verschiedenen Orten versteckt".

    Hinsichtlich der Anschuldigungen seitens Daniel Jonah Goldhagen, nach dem alle Deutschen bei der Naziverfolgung mit den "Hitlers willige Helfer" gewesen seien, sagte Gilbert: "[...] Es gab Leute in Deutschland, die trotz des schrecklichen Drucks der Gestapo enorme Risiken auf sich nahmen und den Juden zu helfen versuchten [...], es gab noch sehr viele Schindlers, die nicht als böse Eroberer handelten, sondern sich unglaublich bemühten, die Juden zu retten, und zwar nicht nur einzelne Juden, sondern mitunter Dutzende und Hunderte". Diesen Teil der Geschichte nannte Gilbert "Die andere Seite der Münze", welche "den Gerechten gegenüber auch wirklich Gerechtigkeit walten lässt, und das ist ein ganzes Kapitel der deutschen Heldengeschichte".

    Hinsichtlich der öffentlichen Vergebungsbitte seitens Papst Johannes Pauls II. im Jubiläumsjahr 2000 sagte Gilbert, dass er "die Bemühungen des Papstes um die Anerkennung des Missbrauches seitens gewisser Katholiken, die sich in der Vergangenheit gegen Juden vergangen haben, sehr hoch schätze [...]. Doch sollte das nicht, wie so oft, allzu einseitig dargestellt werden. Wenn sich der Papst wirklich entschuldigen muss, dann sollte ihm vielleicht so manch einer auch einmal danken. In der Tat ist mein Buch auch ein Dank an ihn für das, was der Vatikan für die Rettung der Juden getan hat".


 

  • Vatikanische Geheimarchive über Pius XI. und Nazideutschland geöffnet
    Erklärungen des Präfekten des Vatikanischen Geheimarchivs (ASV)

    VATIKAN, 17. Februar 2003 (ZENIT.org).- Am letzten Samstag, den 15. Februar wurde ein wichtiger Teil der vatikanischen Geheimarchive für Forscher zugänglich gemacht. Es handelt sich um den Bereich Diplomatie und Beziehungen zwischen dem Heiligen Stuhl und Nazideutschland.

    Genauer gesagt, handelt es sich um die Korrespondenz zwischen den Nuntiaturen des Heiligen Stuhls in München und Berlin, die im Bereich der Archive des vatikanischen Staatssekretariates und der Beziehungen zu den Staaten und im Bereich der vatikanischen Archive über das Pontifikat von Pius XI. (1922-1939) liegen.

    Diese Dokumente haben großes Interesse hervorgerufen, da sie die Arbeit des ersten apostolischen Nuntius in Deutschland dokumentieren, des späteren Kardinalstaatssekretär Eugenio Pacelli, der 1939 mit dem Namen Pius XII. zum Papst gewählt wurde.

    Radio Vatikan gegenüber antwortete Pater Sergio Pagano, Präfekt des vatikanischen Geheimarchivs auf die Frage vieler Medien beim bekannt werden der Nachricht: "Wird das neues Licht in das bringen, was die Historiker bereits wissen?

    Pater Pagano will den Historikern den Vortritt für die Antwort auf diese Frage lassen. Er persönlich glaube jedoch nicht, dass in diesen Archiven "überraschende Enthüllungen gefunden werden können".

    "Keiner von uns kann wissen, was diese Hunderte von Umschlägen im Einzelnen für Details enthalten. Es geht hier um Millionen von Dokumenten, die alle einzeln analysiert werden müssen. Also können auch Entdeckungen nicht ausgeschlossen werden".

    Im Vorfeld wurde ein Inventurindex für die Eröffnung erstellt, und bereits für 2005 hat Papst Johannes Paul II. verfügt, dass das gesamte Material über das Pontifikat Pius XI. veröffentlicht wird.

    Bereits jetzt sind die Akten der bayrischen Nuntiatur (1917-1925) und der Berliner Nuntiatur bis zur Nachfolge Pacellis durch Erzbischof Cesare Orsenigo auf der Inventurliste.

    Pater Pagano wies auch darauf hin, dass die Archive der Berliner Nuntiatur beim Bombenangriff von 1943 zerstört wurden und viele Dokumente aus der Zeit 1930/31 - 1942 verloren gegangen sind.


 

  • Neue Belege für den Einsatz Eugenio Pacellis für die Juden
    Erste Enthüllungen aus den vatikanischen Geheimarchiven

    VATIKAN, 17. Februar 2003 (ZENIT.org).- Bereits zwei Tage nach Eröffnung der vatikanischen Geheimarchive über die Beziehungen von Deutschland mit dem Heiligen Stuhl in der Zeit von 1929 bis 1939 kamen Beweise über die Hilfe des Heiligen Stuhls den Juden gegenüber ans Tageslicht, insbesondere von Seiten des Kardinal Eugenio Pacelli, des späteren Papstes Pius XII.

    Zenit macht zum erstenmal im Voraus einen Brief bekannt, der nun den Forschern zugänglich ist und aus dem hervorgeht, wie der Kardinalstaatssekretär von Pius XI. präzise Anweisungen an den Apostolischen Nuntius in Berlin übermittelte, die Nationalsozialisten zu warnen, damit sie die Juden nicht verfolgten.

    Es handelt sich um einen Brief vom 4 April 1933, der von Kardinalstaatssekretär Eugenio Pacelli unterzeichnet ist und auf Anweisung Pius XI. an Erzbischof Cesare Orsenigo, Apostolischem Nuntius in Berlin, erging.

    "Hohe israelische Persönlichkeiten haben sich an den Heiligen Vater gewandt, um ihn um seine Intervention gegen die Gefahr antisemitischer Exzesse in Deutschland zu anzurufen", so heißt es in dem im Diplomatenjargon der damaligen Zeit geschriebenen Brief.

    "Da es zu den Traditionen des Heiligen Stuhles gehört, seine universelle Mission des Friedens und der Liebe zu allen Menschen zu entfalten, unabhängig von der sozialen oder religiösen Kondition, der sie angehören, indem er, wenn notwendig, seine Liebesdienste anbietet, beauftragt der Heilige Vater Seine Hochwürdigste Exzellenz danach zu schauen, ob und wie es möglich ist, sich in diesem Sinne darum zu kümmern".

    Der Brief, den Zenit nun ans Tageslicht befördert, ist von entscheidendem Wert in der Debatte jener, die behaupten, dass der spätere Pius XII. nie zugunsten der Juden gesprochen habe, so dass er sogar als "Papst Hitlers" bezeichnet wurde.

    Die Bezugnahme auf die "hohen israelischen Persönlichkeiten" zeigt die guten Beziehungen des Heiligen Stuhles mit jüdischen Vertretern auf, aber auch dessen Wunsch, auf diese Bitte zu reagieren.


 

  • "Die Verantwortung fällt auf jene, die schweigen"
    Aus dem Geheimarchiv des Vatikans: Edith Steins Ruf nach einem Wort des Papstes zur Judenverfolgung

    ROM, 17. Februar 2003 (ZENIT.org-WELT.de/pb).- Siebzig Jahre lang ruhte ein Brief Edith Steins an Papst Pius XI. vom April 1933 im Geheimarchiv des Vatikans. Heute veröffentlicht die WELT den Brief erstmals im vollen Wortlaut. Edith Stein drängt den Papst, nicht zu schweigen zu den Ereignissen, die sie seit der Machtergreifung Hitlers beobachtet hat. Heute erblickt der Brief das Licht der Welt, da wir auch der Verhaftung der Weißen Rose in München vor 60 Jahren gedenken. "Freiheit und Ehre!" hieß es in deren 6. Flugblatt vom 18. Februar 1943. "Auch dem dümmsten Deutschen hat das furchtbare Blutbad die Augen geöffnet, das (Hitler und Goebbels) im Namen von Freiheit und Ehre .... angerichtet haben."

    Hans und Sophie Scholl hatten das Papier kaum in den Lichthof der Uni abgeworfen, als sie schon verhaftet waren. Fünf Tage später wurden sie enthauptet, knapp 7 Monate nachdem Edith Stein in Birkenau vergast worden war. Zehn Jahre vorher hatte Edith Stein den Papst um eine Intervention angefleht, weil sie "das Schlimmste für das Ansehen der Kirche (fürchtete), wenn das Schweigen noch länger anhält".

    Dr. Stein zählte 1933 gewiss nicht zu den "dümmsten Deutschen" und sie galt auch durchaus noch nicht als "Tochter Israels und Tochter der Kirche" (als die Papst Johannes Paul II. sie 1998 unter die Heiligen und Kirchenlehrer eingereiht hat). Schon damals konnte man ihr Leben als einen Kulturroman der ersten Jahrhunderthälfte schreiben, mit einer Landkarte des Geistes, die sie als Studentin, Lehrerin, Übersetzerin und Dozentin über Breslau, Göttingen, Freiburg, Speyer, Münster und Köln vermessen hatte. Im Jahre 1891 in Breslau von einer tiefgläubigen jüdischen Mutter geboren, wurde sie eine der ersten Doktorandinnen des Deutschen Reichs und Musterschülerin Husserls, Schelers und Reinachs, bevor sie am 1. Januar 1922 zur katholischen Kirche konvertierte. Die ehemalige Assistentin Heideggers war eine Zierde der Wissenschaft, als sie den undatierten Brief schrieb. Durch das Begleitschreiben von Erzabt Raphael Walzer O.S.B. vom 20. April 1933 ist das Datum des Briefes dennoch gesichert, und ebenso durch die Zeitumstände.

    Ende Januar war Hitler an die Macht gekommen. Als in Amerika und England zu einem Boykott deutscher Waren aufgerufen wurde, antworteten die Nazis mit einem noch radikaleren und häufig gewaltsamen Boykott aller jüdischen Geschäfte am 1. April 1933. Das ist der äußere Anlass des Briefes. In helles Entsetzen hatte Edith Stein aber auch die betrügerische Wortverdrehung der Nazis versetzt. Deren Propaganda strotzte vor christlicher Terminologie. "Wir werden selbst eine Kirche werden", hämmerte Adolf Hitler den neuen Gauleitern am 5. August 1933 ein. Die Partei sollte zur neuen "Wesensmitte" der "Gottgläubigen" Deutschlands werden. Nach der Eroberung der politischen Macht machten sich die Nazis als nächstes daran, den Glaube der Deutschen zu besetzen war - zusammen mit seinem jüdisch-christlichen Vokabular.

    "Die Sprache ist das Haus des Seins", notierte Heidegger in jener Zeit. Dass dieses Haus nicht völlig beschlagnahmt wurde, war ein Grundanliegen "Fräulein Doktors", als sie Pius XI. schrieb: "Alles, was geschehen ist und noch täglich geschieht, geht von einer Regierung aus, die sich christlich nennt. Seit Wochen warten und hoffen nicht nur die Juden, sondern Tausende treuer Katholiken in Deutschland ... darauf, dass die Kirche Christi ihre Stimme erhebe, um diesem Missbrauch des Namens Christi Einhalt zu tun. Ist nicht diese Vergötzung der Rasse und der Staatsgewalt, die täglich durch Rundfunk den Massen eingehämmert wird, eine offene Häresie? Ist nicht der Vernichtungskampf gegen das jüdische Blut eine Schmähung der allerheiligsten Menschheit unseres Erlösers ...". Es ist eine prophetische Beschwörung, wenn sie den Papst "zu Füssen" anfleht, dass die "Verantwortung ... auch auf die (fällt), die dazu schweigen."


 

  • Oberrabbiner Zolli als „Kronzeuge“ Pius XII.

Nach Buchautor Daniel Goldhagen soll Papst Pius XII ein „Nazi-Kollaborateur“ gewesen sein. Dagegen hat der Oberrabbiner Roms zur Zeit des Krieges Israel Zolli Gegenteiliges erfahren. Tatsächlich half der Papst ihm und seiner Gemeinde so sehr, dass Rabbi Zolli nach dem Krieg zur katholischen Kirche übertrat. „So sah und las Zolli alle 40 Demarchen und offiziellen Noten, in denen der 'schweigende Papst' so vergeblich wie er selbst gegen das Unheil der Nazis protestierte. Er sah die 4447 Juden einzeln, die auf Weisung des Papstes in über 150 Klöstern und kirchlichen Häusern - trotz Androhung schwerster Strafen durch die SS - versteckt und ernährt wurden. In seinem Tagebuch notierte er: „Kein Held der Geschichte hat ein tapferes und stärker bekämpftes Heer angeführt als Pius XII. im Namen der christlichen Nächstenliebe. Bände könnten über seine vielfältige Hilfe geschrieben werden..“ Am 17. Januar 1945 trat Zolli in die katholische Kirche über und nahm den Taufnamen des Papstes an. E: war kein billiger Übertritt. Die römische Synagoge rief ein mehrtägiges Bußfasten aus, betrauerte ihren Oberrabbiner wie einer Verstorbenen und stieß ihn als Verräter aus der Gemeinde aus (Die Welt 18.11.02)

 


  • Neue Beweise: Pius XII hat ausdrücklich Gelder für den Schutz der Juden bestimmt
    Unveröffentlichte Briefe mit des Papstes Anweisungen

    ROM, 29. Januar 2003 (ZENIT.org).- Zwei in Kürze veröffentlichte Dokumente, welche die Hilfe des Papstes Pius XII. den Juden gegenüber während der Verfolgung an den Tag bringen, zerstieben die Behauptung, der Papst habe es vermieden, ausdrücklich das jüdische Volk zu erwähnen.

    Susan Zuccotti, eine in Sachen Holocaust spezialisierte Historikerin am Bernard College in New York schreibt in ihrem letzten Buch "Der Vatikan und der Holocaust in Italien", es gebe keine Beweise für eine Intervention des Papstes zu Gunsten der Juden.

    Um es mit Zuccottis Worten zu sagen: "Pius XII. benutzte niemals die Termini "Jude" oder "Rasse". Oft drückte der Papst in allgemeinen Worten seinen Schmerz über das Leid der unschuldigen Zivilbevölkerung aus, doch ohne ausdrücklich die Juden zu nennen".

    Angesichts dieser schwerwiegenden Behauptungen wird die amerikanische Zeitschrift Inside the Vatican in ihrer nächsten Ausgabe zwei Briefe von Pius XII. aus dem Jahr 1940 an Bischof Giuseppe Maria Palatucci von Campagna (Provinz Salerno) veröffentlichen, wo sich das größte Konzentrationslager Süditaliens befand.

    Der Bischof kümmerte sich zusammen mit seinem Neffen Giovanni - Polizeichef von Fiume - und mit dem Heiligen Stuhl um die in der Campagna internierten Juden.

    In dem am 2. Oktober 1940 aus dem Vatikan versandten Brief Nr. 28436 spendet der Heilige Vater eine Summe von 3.000 Lire und ließ vermelden, "dieses Geld ist besonders für jene gedacht, die aus rassistischen Gründen leiden". Er erteilt sodann "dem Bischof und der ganzen seiner Seelsorge anvertrauten Herde den Apostolischen Segen".

    In einem zweiten Brief (Nr. 31514) bestimmte der Papst eine weitere Summe von 10.000 Lire "die verteilt werden soll, um den internierten Juden zu helfen". Das war damals sehr viel Geld.

    Diese Bestimmungen wurden jüngst in Italien in dem Buch "Giovanni Palatucci, der Polizist, der Tausende von Juden rettete" von der staatlichen Polizei auf den Büchermarkt gebracht.

    Wenn Giovanni die Auswanderung nicht mehr ermöglichen konnte, schickte er sie in das Konzentrationslager, das unter dem Schutz seines Onkels stand, der dort Bischof war.

    Am vergangenen 9. Oktober hat Kardinalsvikar Camillo Ruini von der Diözese Rom den Seligsprechungsprozess für Giovanni Palatucci eröffnet. In Israel erhielt er 1990 den Titel "Gerechter unter den Völkern" und eine Straße in Tel Aviv trägt seinen Namen, aber auch zahlreiche Straßen, Plätze und Parks in italienischen Städten.


 

 In dem Buch "Ich durfte ihn dienen: Erinnerungen an Papst Pius XII" gibt die deutsche Ordensschwester M. Pascalina Lehnert eine Beschreibung des Menschen Pius XII.

Als siebentes von zwölf Kindern eines Postbeamten 1894 in Ebersberg bei München geboren, wollte Schwester Pascalina Lehnert nach ihrem Noviziat in die Mission nach Afrika gehen. Der Erste Weltkrieg verhinderte das.

 Im März 1918 wurde die bayerische Ordensfrau in die päpstliche Nuntiatur nach München berufen. Mehr als zwei Jahrzehnte lang hat sie dem Nuntius und Kardinalstaatssekretär Eugenio Pacelli als Haushälterin und Sekretärin zur Seite gestanden und diente später, nach dem Konklave vom März 1939 in gleicher Stellung Papst Pius XII. während der gesamten Dauer seines Pontifikats. Ebenso schlicht wie natürlich hat uns Mutter Pascalina ein Lebensbild des heiligmäßigen Papstes gezeichnet. Auch Zeitgenossen wie Kardinal Faulhaber, Prälat Kaas oder Kardinal Graf Galen, der „Löwe von Münster“, treten in ihrem Bericht erfrischend deutlich hervor.

Schwester M. Pascalina Lehnert, geboren am 29. August 1894 in Ebersberg bei München, starb am 13. November 1983 in Wien, wo sie an einer Feier zum 25. Todestag von Pius XII. teilgenommen hatte.