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Der hl. Robert BellarminBischof, Bekenner und Kirchenlehrer; machtvoller Verteidiger des katholischen Glaubens und des Apostolischen Stuhles gegen die Irrlehren der Reformatoren. Robertus
Franciscus Romulus Bellarmin Name
bedeutet:
der ruhmreich Glänzende
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Auslegung des hl. Bischofs Robert Bellarmin von Matthäus 5,13-19 Predigt
von P. Engelbert Recktenwald, FSSP, in der St. Leonhardskirche Frankfurt
am 13. Mai 2000 |
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Gedenktag |
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In seiner Vaterstadt
Montepulciano
besuchte Robert das
Kolleg der Jesuiten und erntete ob seiner Begabung und seiner
Bescheidenheit vieles Lob. Mit
18 Jahren trat er 1560 zu
Rom in diese Ordensgesellschaft ein und wurde nun für alle ein Vorbild
in den klösterlichen Tugenden. Nach Beendigung der
philosophischen Studien in Rom wurde er zum Studium der Theologie zunächst
nach Florenz, dann nach Monreale und später nach Padua gesandt. Schließlich
kam er nach Löwen; obwohl noch kein Priester, versah er hier schon mit
wunderbarem Erfolge das Amt eines Predigers. Zu Löwen vollendete er
seine theologische Ausbildung und wurde dort auch 1570 zum
Priester geweiht. Dort trug er auch die Theologie so vorzüglich vor, daß
er viele Irrgläubige in den Schoß der Kirche zurückführte und als
Theologe in ganz Europa gefeiert wurde. Der heilige Bischof Karl (Borromäus)
von Mailand und andere baten dringend, er solle zu ihnen kommen. Auf Wunsch des Papstes
Gregor XIII. wurde er 1576 an die "Gregoriana", die päpstliche
Universität in Rom, gerufen und übernahm im Römischen Kolleg den
Lehrstuhl für Apologetik. Dort war er Begründer der Studienrichtung
Kontroverstheologie. Dort wurde er auch zum
Lehrer im geistlichen Leben bestellt, also mit der Erziehung des
Ordensnachwuchses betraut. So wurde so auch dem engelgleichen Jüngling
Aloisius Gonzaga Führer auf dem Weg der Heiligkeit. Der hochbegabte und fleißige
Roberto geriet zeitweise in Konflikt mit dem päpstlichen Hof, denn er
hatte zu deutlich die irdische Machtfülle des Papstes kritisiert. 1588
kamen deshalb seine Bücher auf den Index, wurden also mit Leseverbot für
Katholiken belegt. Er selber
wurde1588 in die Provinz versetzt und so aus dem Verkehr gezogen. Eine
Zeitlang leitete er das Römische Kolleg, dann die Ordensprovinz von
Neapel, ganz im Geiste des heiligen Ignatius. Clemes VIII. wurde 1592 zum
Papst gewählt, er holte Robert zurück nach Rom, rehabilitierte ihn und
zog ihn zu wichtigen Geschäften in der Leitung der Kirche bei, zum größten
Segen für die katholische Sache. In Rom gab er 1593 den dritten Band
seiner Controversii heraus; 1594 wurde er nach Neapel strafversetzt und
mit der Leitung der Ordensprovinz der Jesuiten betraut. 1597 wurde er
wieder nach Rom zurückberufen. Hier verfaßte er seinen Katechismus,
der noch heute gültig ist. Bald darauf 1599 wurde er,
gegen seinen Willen, obwohl er sich sträubte, in das Kardinalskollegium
aufgenommen. Der Papst selbst erklärte öffentlich, daß es damals
keinen in der Kirche Gottes gab, der ihm an Wissen gleichgekommen wäre.
Von dem genannten Papste wurde er auch zum Bischof geweiht. Robert fiel dann aber erneut
in Ungnade, weil er in einem Theologenstreit den Papst vor voreiligen
Urteilen gewarnt hatte, und wurde 1602 als Erzbischof nach Capua
gesandt. Drei Jahre lang leitete bis 1605 die Erzdiözese Capua in ganz
heiligmäßiger Weise. Er zeigte sich als weitblickender Oberhirte, vor
allem in sozialer Hinsicht. Der neue Papst Leo XI. holte
Robert 1605 als seinen theologischen Berater nach Rom zurück. Hier
starb er am 17.9.1621. Heilig gesprochen wurde Robert 1930. Stets war Robert ein
uneigennütziger und treuer Berater des Papstes. Er gab auch viele
ausgezeichnete Schriften heraus und erwarb sich damit vor allem das
Verdienst, daß er nach dem Vorbild des heiligen Thomas entsprechend den
Bedürfnissen seiner Zeit durch die unwiderstehliche Wucht seiner
Beweisführung und durch eine große Fülle von Belegstellen aus der
Heiligen Schrift und aus dem reichen Schatz der Kirchenväter die neuen
Irrlehren überwand; er war auch ein entschlossener Vorkämpfer für die
katholische Überlieferung und für die Rechte des Papstes. Auch mehrere
kleinere Erbauungsschriften gab er heraus und vor allem seinen goldenen
Katechismus. Trotz seiner Überlastung mit anderen wichtigen Arbeiten
ließ er es sich zu Capua und auch zu Rom nicht nehmen, Kinder und
Unwissende darin zu unterrichten. Ein gleichaltriger Kardinal sagte
einmal, Robert sei eigens von Gott gesandt, die Katholiken zu lehren,
die Frommen zu leiten, die Irrgläubigen abzuwehren. Der heilige Franz
von Sales nannte ihn eine Quelle der Weisheit; Papst Benedikt XIV.
bezeichnete ihn als den Hammer der Irrgläubigen, und Benedikt XV.
stellte ihn allen, die die katholische Religion verbreiten und
verteidigen, als Vorbild hin. Robert war mit Philippo
Neri und Franz von Sales befreundet. Roberto galt als Verehrer
Galileo Galileis und setzte sich für die Veröffentlichung von dessen
Thesen über das Sonnensystem ein, musste ihm aber schließlich seine
Verurteilung mitteilen. Er war ein Eiferer für die Ordenszucht und hielt sich auch noch als Kardinal in vorbildlicher Weise daran. Er wollte keinen Besitz, der über das Notwendige hinausging. Er war mit wenigen Dienern, mit geringem Aufwand, mit bescheidener Kleidung zufrieden. Er suchte nicht seine Verwandten zu bereichern und ließ sich nur mit Mühe dazu bewegen, das eine oder das andere Mal ihnen in der Not beizuspringen. Von sich selbst dachte er sehr gering und besaß eine wunderbare Herzenseinfalt. Die Gottesmutter verehrte er in besonderer Weise; viele Stunden brachte er täglich im Gebete zu. Er aß nur wenig; dreimal in der Woche fastete er. Gegen sich selbst war er stets sehr streng, gegen den Nächsten aber voll Liebe und wurde sehr häufig Vater der Armen genannt. Mit Eifer war er darauf bedacht, daß er seine Taufunschuld auch nicht durch einen kleinen Makel beschmutzte. Fast 80 Jahre alt, fiel er im Ordenshause neben der Kirche des heiligen Andreas auf dem Quirinal in eine schwere Krankheit; nun glänzten seine Tugenden nur noch heller. Im Sterben standen ihm Papst Gregor XV. und mehrere Kardinäle zur Seite, voll Trauer, daß diese Säule der Kirche nun fallen müsse. Am Tag der Stigmatisation des heiligen Franziskus, deren allgemeine Gedächtnisfeier er veranlaßt hatte, entschlief er im Herrn im Jahre 1621. An seinem Leichenbegängnis beteiligte sich die ganze Stadt; alle bezeichneten ihn einstimmig als einen Heiligen Papst Pius XI. hat ihn zuerst selig und dann heilig gesprochen; bald darauf hat er ihn auf Vorschlag der heiligen Ritenkongregation zum Lehrer der allgemeinen Kirche erklärt. Sein Leib wird in Rom in der Kirche des heiligen Ignatius neben der Grabstätte des heiligen Aloisius, wie er es selbst gewünscht hatte, fromm verehrt. Bellarmin war der führende
Kopf der Gegenreformation, seine Darlegung des katholischen Standpunktes
wurde von sämtlichen Lehrwerken über mehrere Jahrhunderte hinweg übernommen.
Sein mehrbändiges Hauptwerk "Disputationes de Controversiis
Christianae Fidei", "Dispute über die Kontroversen des
christlichen Glaubens", erschien 1568 bis 1593. Es handelt sich um
das Hauptwerk der Gegenreformation, das Jahrhunderte hinweg unverändert
übernommen wurde und heute noch verwendet wird. Seinen "Kleinen
Katechismus" veröffentlichte er 1597, er erreichte 400 Auflagen,
wurde in 60 Sprachen übersetzt und ist in Italien bis heute in
Gebrauch. Robert war ein bedeutender
Staatsphilosoph der katholischen Kirche. Er vertrat den Gedanken der
Volkssouveränität gegenüber den weltlichen Fürsten, als deren
geistlicher Sachwalter der Papst die Fürsten absetzen und zum
Widerstand gegen sie aufrufen dürfe, wenn die geistlichen Interessen
der Kirche gefährdet seien. Er wurde dadurch gleichzeitig zum Promotor
des demokratischen Staatsvertragsgedankens wie der päpstlichen
Suprematie. Seine Lehre war darum lange Zeit der offizielle Standpunkt
der Kurie. Roberto Bellarmins Grab befindet sich in der Jesuitenkirche in Rom am Altar des von Bellarmin hoch verehrten für Aloisius Gonzaga, dessen Seligsprechung er betrieben hatte. Hauptschriften: De
Potestate summi pontificis in rebus temporalibus contra G. Barclaium (Über
die Gewalt des Papstes in weltlichen Dingen), Rom 1610; Christianus
Theo-Politicus; Disputationes de controversiis christianae fidei (kurz:
Corpus controversiarum oder "Triadelphes" genannt; war
seinerzeit das umfassendste Ideenarsenal der katholischen Theologie),
1586-92 in 3 Bdn., 1608 in 4 Bdn. (deutsch von Gumposch 1842-53 in 14
Bdn.). |
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