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Bote von Sievernich Mai 2018
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Geistlicher Impuls

Noch bis Pfingsten befinden wir uns in der Osterzeit. Deshalb sollen uns zunächst Auszüge aus einer Ostervigilspredigt von Papst Franziskus (4.4.2015; Quelle: www.vatican.va) stärken, damit uns alle ganz neu die Freude des Auferstandenen erfüllen möge. Dort heißt es:
»„Tretet ein in das Grab!“ Es tut uns gut, in dieser Nacht des Wachens innezuhalten, um über die Erfahrung der Jüngerinnen Jesu nachzudenken, die auch uns angeht. Dazu sind wir nämlich hier: um einzutreten – einzutreten in das Geheimnis, das Gott mit seiner Wache der Liebe vollbracht hat. Man kann Ostern nicht erleben, ohne in das Geheimnis einzutreten. Es ist keine intellektuelle Angelegenheit, es bedeutet nicht nur erkennen, lesen… Es ist mehr, viel mehr! „Ins Geheimnis einzutreten“ bedeutet die Fähigkeit zum Staunen, zur Betrachtung; die Fähigkeit, in die Stille hineinzuhorchen und das klangvolle Säuseln zu hören, in dem Gott zu uns spricht (vgl. 1 Kön 19,12). Ins Geheimnis einzutreten verlangt von uns, keine Angst vor der Wirklichkeit zu haben: sich nicht in sich selbst zu verschließen, nicht vor dem zu fliehen, was wir nicht verstehen, nicht vor den Problemen die Augen zu verschließen, sie zu leugnen, nicht die Rätsel beiseitezuschieben… Ins Geheimnis einzutreten bedeutet, über die eigenen bequemen Sicherheiten, über die Trägheit und die Gleichgültigkeit, die uns bremsen, hinauszugehen und sich auf die Suche nach der Wahrheit, der Schönheit und der Liebe zu begeben, einen nicht von vornherein erwarteten Sinn zu suchen, eine nicht banale Antwort auf die Fragen, die unseren Glauben, unsere Treue und unseren Verstand in Krise versetzen. Um ins Geheimnis einzutreten, bedarf es der Demut – der Demut, sich zu erniedrigen, vom Sockel unseres so stolzen Ich, unserer Anmaßung herunterzusteigen; der Demut, bescheidener zu werden und anzuerkennen, was wir wirklich sind: Geschöpfe mit Vorzügen und Mängeln, Sünder, die der Vergebung bedürfen. Um ins Geheimnis einzutreten, bedarf es dieser Erniedrigung, die Ohnmacht ist, Entäußerung der eigenen Vergötterungen… Anbetung. Ohne anzubeten kann man nicht ins Geheimnis eintreten.«   

Wenn wir diese Worte lesen, dann können wir von Maria, der Mutter Jesu sagen, dass sie genau in diesem tieferen Sinne ein „österlicher Mensch“ gewesen ist. Hier können wir Entscheidendes von ihr lernen. Zunächst einmal jenes Herabsteigen vom stolzen Ich, was der Papst benennt. Umso wahrhaftiger wir anerkennen, dass wir Geschöpfe sind – und nicht Schöpfer! – erkennen wir in aller Wahrheit und Demut, wie zerbrechlich letztlich alles in unserem Leben ist. Die eigene Geschöpflichkeit anerkennen bedeutet auch, die vielen Abhängigkeiten (z.B. bestimmte Begebenheiten, Umstände und auch Personen, die wir gern haben und die uns gern haben) anzuerkennen, die uns letztlich dazu führen sollen, anzuerkennen, dass alles in unserem Leben von der Güte und Barmherzigkeit unseres Schöpfers und Vaters abhängt. Er, unser Schöpfer, hat uns aus Liebe erschaffen; er möchte, dass wir sind und er liebt uns so sehr, dass er keine Freude daran hat, dass das Böse du der Tod uns vernichten. Deswegen schickt er uns ja seinen Sohn Jesus Christus: um uns zu erlösen und um uns das ewige Leben zu schenken. Maria hat sich ganz auf ihren Schöpfer eingelassen. Sie hat ihm ihr ganzes „Ja“ geschenkt. Und so konnte er sie noch mehr (!) beschenken. Bei allen Fragen, die Maria und Joseph hatten: was war es doch für sie auch eine große Freude und welch großes Geschenk, Jesus auf die Welt zu bringen, ihn groß werden zu lassen, damit er dann das Reich Gottes verkünden konnte. Und das ist ja auch unsere Berufung als Christen: Jesus zur Welt zu bringen, ihn immer mehr Raum zu geben in unserem Leben und Jesus zu den Menschen zu bringen! Blicken wir in diesem besonderen Marienmonat immer wieder bewusst auf die Mutter Jesu: lernen wir von ihr Jesus treu zu bleiben, Jesus zu vertrauen und bringen auch wir Jesus zu den Menschen!

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In seiner Botschaft zum 33. Weltjugendtag 2018 weist der Papst u.a. darauf hin, dass der Mensch sich als ein von Gott Gerufener versteht. Hier heißt es   
(Quelle www.vatican.va):
„»Ich habe dich beim Namen gerufen« (Jes 43,1). Der erste Grund, keine Angst zu haben, ist genau die Tatsache, dass Gott uns beim Namen ruft. Der Engel, der Bote Gottes, hat Maria bei ihrem Namen gerufen. Es gehört zum Wesen Gottes, Namen zu geben. Bei der Schöpfung ruft er jedes Geschöpf mit seinem Namen ins Dasein. Hinter dem Namen verbirgt sich eine Identität, die in allem, in jedem Menschen, einzigartig ist, jenes innerste Wesen einer Person, das im letzten nur Gott ganz kennt. Dieses göttliche Vorrecht wurde dann auch dem Menschen zuteil, als Gott ihm erlaubte, den Tieren, Vögeln und auch seinen Kindern einen Namen zu geben. (Gen 2,19-21;4,1). Viele Kulturen teilen diese tiefe biblische Sichtweise, indem sie im Namen die Offenbarung des tiefsten Geheimnisses eines Lebens, die Bedeutung einer Existenz, erkennen.

Wenn er einen Menschen beim Namen nennt, offenbart ihm Gott gleichzeitig seine Berufung, seinen Plan der Heiligkeit und Güte, durch den dieser Mensch zum Geschenk für andere wird und der ihn einzigartig macht. Und auch wenn der Herr die Horizonte eines Lebens erweitern will, gibt er der berufenen Person einen neuen Namen, wie er es bei Simon tut, als er ihn „Petrus“ nennt. Von da her stammt der Brauch, beim Ordenseintritt einen neuen Namen anzunehmen, um damit eine neue Identität und eine neue Beauftragung anzudeuten. Der göttliche Ruf, der persönlich und einzigartig an jeden von uns ergeht, verlangt von uns, dass wir den Mut haben, uns vom gleichmacherischen Druck der Gemeinplätze zu befreien, damit unser Leben wirklich ein ursprüngliches und unwiederholbares Geschenk für Gott, für die Kirche und für andere ist.“

 



 

      





Termine

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Welcher Priester gibt unseren Gläubigen Beichtgelegenheit in der Pfarrkirche von Sievernich während der Hauptgebetstreffen, in der Regel am ersten Montag im Monat - gerne auch als Mitzelebrant bei der Messe um 18:15 Uhr.
Anmeldung im Pfarrbüro Sievernich oder unten stehender Adresse.

Brunnen in Sievernich:
Wenn jemand von Heilungen oder ärztlich belegten gesundheitlichen Besserungen hört, dann bitten wir, diese an die unten angegebene Adresse zu melden.
Blaue Gebetsoase, Schafsacker 7, 53909 Zülpich

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