Informationsblatt der Blauen Gebetsoase

in Sievernich

 Juli 2010

 

Geistlicher Impuls

Mit Sicherheit ist vielen die „Weihe an Christus durch Maria“ bekannt und bestimmt haben viele diese Weihe bereits gemacht oder bereiten sich z.Zt. darauf vor. Betrachten wir einige Aspekte dazu: Zunächst der Text (es gibt verschiedene Varianten) dieses großen Weihegebets:

„In Gegenwart des ganzen himmlischen Hofes
erwähle ich dich heute, o Maria,
zu meiner Mutter und Königin.
Dir weihe und schenke ich
als dein Gut und Eigentum
meinen Leib und meine Seele,
all meinen äußeren und inneren Besitz,
ja selbst den Wert all meiner guten Werke,
der vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen.
Ganz und voll, ohne jede Ausnahme,
sollst du das Recht haben,
über mich und all das Meine
nach deinem Gutdünken zu verfügen,
in Zeit und Ewigkeit,
zur größeren Ehre Gottes
Amen.“


Die Worte dieses großen Weihegebetes gehen zurück auf den Hl. Ludwig Maria Grignion de Montfort. Geboren wurde der Hl. Ludwig am 31.1.1673 in Montfort-sur-Meu In Frankreich. Er empfing 1700 die Priesterweihe und er gründete einmal die „Montfortaner“ („Gesellschaft Mariens“) und die Montfortschwestern, die sich ab 1715 im Bereich der Krankenpflege, Schule und der Armenfürsorge einsetzten. Noch heute gibt es sowohl die Schwesterngemeinschaft als auch die Priester- und Laienbrüdergemeinschaft der Montfortaner. Gestorben ist der Hl. Ludwig Maria Grignion de Montfort am 28. April 1716 in St- Laurent-sur -Sèvre in Frankreich.

Zunächst ist zu fragen, was eigentlich eine „Weihe“ ist. Wenn Gegenstände und Personen geweiht werden, dann gehören sie nicht mehr dem profanen Bereich an. „Weihe“ bedeutet immer Übergabe an Gott. Die grundlegende Weihe ist die Taufe. Letztlich bedeutet die Taufe ja, dass wir ganz Gott gehören, Jesus Christus, der für uns durch Tod und Auferstehung gegangen ist. Ihm, seinem heiligen Leib gehören wir an. „Weihe“, das geht auch nur gegenüber oder an Gott. Und so ist es etwas irreführend bei dem Weihegebet des Ludwig Maria Grignion von einer „Marienweihe“ zu sprechen. Es handelt sich hier - richtig gesprochen - um eine „Weihe an Christus durch Maria“.

Dennoch ist es gut und geistlich sinnvoll, sich bei dieser Weihe an Christus der Gottesmutter anzuvertrauen und sie dabei anzureden. An ihr nämlich, wie an keinem anderen Menschen sonst, wird deutlich, dass die Grundregel unseres Lebens, der Weg zum Heil über die Hingabe führt. Letztlich scheuen wir uns ja immer wieder vor dieser Ganzhingabe an Gott. Dies, weil wir befürchten, Gott würde alles möglich von uns abverlangen. Maria ist diejenige, die uns hilft, dass wir uns ganz in die Arme des Vaters geben können. Wir können also sagen: Dass, wenn wir uns gut vorbereiten auf die „Weihe an Christus durch Maria“, dass eigentlich das noch einmal neu ausgesagt ist, was wir in der Taufe empfangen haben. Am Anfang der Weihe steht das bewusste Erwählen Marias zu unserer Mutter und Königin. Es bedeutet, wenn wir das tun, dass wir uns ganz in die Obhut unserer himmlischen Mutter begeben. Sie soll jetzt und immer unsere unsichtbare Mutter sein; gerade auch dann, wenn wir uns von ihrem Sohn entfernt haben oder wir von Kummer und Leid heimgesucht werden. Und Maria soll unsere Königin sein. Königin, das heißt, dass sie Herrschaft und Macht hat – und beides soll sie auch über uns und unser Leben haben. „Dir weihen und schenken wir in ganzer Hingabe und Liebe unseren Leib und unsere Seele, all unseren äußeren und inneren Besitz und selbst den Werk unserer guten Werke, der vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen.“ Das sind sehr große Worte, die einem vielleicht nicht so einfach über die Lippen kommen. Wir sind eingeladen, alles ihr zu übergeben! Materielles, Irdisches, auch Personen, alles, was uns so umtreibt Tag für Tag und auch alles, was den unsichtbaren Bereich unseres Lebens, z.B. unsere Gefühle, betrifft, aber v.a. auch unsere Seele. Alles soll Maria anvertraut werden. Schließlich auch unsere guten Werke, die gegenwärtigen, vergangenen und auch die, die noch kommen werden. Vielleicht ist das die Einladung, wirklich dem Herrn der Ernte, dem himmlischen Vater, alles zu überlassen. Ich selbst muss nicht beurteilen, ob etwas in meinem Leben gut und richtig gewesen ist. Wir sollen uns mit ganzer Hingabe und Liebe für Gott und den Nächsten einsetzen, aber ob und wie es – auch in den Augen Gottes – Frucht bringt, das sei Gott selbst überlassen. Wir geben dann , so weiter in dem Text, Maria unser Einverständnis, dass sie über all das verfügen kann „in Zeit und Ewigkeit zur größeren Ehre Gottes“. Die Frage, die sich stellt, ist die: kann ich jemals voll und ganz dieses große Weihegebet sprechen? Kann ich das überhaupt, mich restlos ganz Christus – durch Maria – überlassen? Vor einigen Jahren wurde in einem Vortrag folgendes dazu gesagt: Das Gute an dieser Weihe sei auch dies: wenn wir sie durch Maria machen, dann ist es Maria selbst, die unser Ungenügen und Unvermögen sozusagen ergänzt – und zwar durch ihr vollkommenes „Ja“. Vielleicht haben wir in diesen Sommerwochen etwas Zeit und innere Ruhe, um uns eventuell – hinblickend etwa auf ein Marienfest im August oder September frei nach Wahl – innerlich vorzubereiten, um in aller Stille einmal diese große und schöne „Weihe an Christus durch Maria“ vollziehen zu können. Folgende beiden Botschaften an M. Strack mögen uns dazu ebenso ermutigen: „Schenkt euch Jesus ganz!“ (15.10.2001) und: „Mit mir, Kinder, könnt ihr alles bewältigen, wenn ihr euch ganz meinem Sohn Jesus schenkt.“ (13.05.2002).
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Es ist nur einige Wochen her, dass am 11. Juni 2010 in Rom das Priesterjahr zu Ende gegangen ist. Sicherlich – neben ganz vielen guten geistlichen Akzenten und Früchten - sind viele immer noch immer noch erschüttert darüber, dass in diesem Priesterjahr manche schuldhaften Verhaltensweisen von fehlbaren Menschen (nicht nur Priestern) ans Licht kamen, die der ganzen Kirche schmerzhafte Wunden zugefügt haben. An dieser Stelle sei erneut eingeladen, weiterhin für die Priester zu beten. Abgedruckt ist von daher das „Gebet für das Priesterjahr“ aus dem Jahr 2009 von Papst Benedikt XVI:

Herr Jesus Christus, du hast der Kirche im heiligen Jean-Marie Vianney ein bewegendes Ebenbild deiner pastorale Fürsorge schenken wollen. Hilf uns, dieses Priesterjahr an seiner Seite und durch sein Beispiel ermutigt in Fülle zu leben. Laß uns, wie er, froh vor deiner Eucharistie verweilen und dabei erkennen, wie einfach das Wort ist, in dessen Schule wir gehen und auf welche Weise es uns täglich unterrichtet; wie zärtlich die Liebe ist, mit der du die reuigen Sünder aufnimmst; wie tröstend es ist, sich der seligsten Jungfrau Maria anzuvertrauen.

Herr Jesus Christus, laß auf die Fürsprache des heiligen Pfarrers von Ars die christlichen Familien zu „kleinen Kirchen“ werden, in denen alle Berufungen und alle Charismen, die der Heilige Geist in sie hineinlegt, Aufnahme finden und gewürdigt werden.
Herr Jesus Christus, laß uns mit solch brennenden Eifer wie der heilige Pfarrer von Ars die Worte wiederholen, mit denen er sich an dich zu wenden pflegte:

„Mein Gott, ich liebe dich, und mein einziger Wunsch ist es, dich bis zu meinem letzten Atemzug zu lieben.

Ich liebe dich, o du unendlich liebenswerter Gott, und ich sterbe lieber in deiner Liebe, als auch nur einen Augenblick ohne sie zu leben.

Herr, ich liebe dich, und die einzige Gnade, um die ich dich bitte, ist, dich ewig lieben zu dürfen.

Mein Gott, da ich dir mit meiner Zunge nicht unaufhörlich sagen kann, daß ich dich liebe, will ich, daß es dir mein Herz so oft wiederholt, wie ich atme.

Ich liebe dich, mein göttlicher Erlöser, denn du wurdest für mich gekreuzigt, und hältst mich hier unten fest, gekreuzigt mit dir.

Mein Gott, schenke mir die Gnade, in deiner Liebe und in der Gewißheit, daß ich dich liebe, zu sterben.“
Amen.