Informationsblatt der Blauen Gebetsoase
in Sievernich
Geistlicher Impuls
Der Monat Mai ist bei vielen im Bewusstsein als
der klassische Marienmonat. In der Kirche besteht
die Tradition, dass im Monat Mai besonders
an die Gottesmutter gedacht wird, schon sehr
lange. Hier wäre ganz vieles zu sagen; herausgreifen
wollen wir zwei Aspekte:
- Maria hat „Ja“ gesagt. Wie auch immer damals
alles gewesen sein mag: Als der Engel Gabriel
mit einer unfassbaren Botschaft Gottes an Maria
herantrat, war das Entscheidende, dass Maria
„Ja“ gesagt hat. Gott ist durch den Engel mit einer
Frage, einer Bitte an Maria herangetreten bzw.
es ist auch Maria selbst, die nachfragt (vgl. Lk
1,34). Gott hat Maria nicht einfach überrumpelt
oder vor vollendete Tatsachen gestellt. Nein, das
eindeutige, freie und klare Ja Marias war notwendig
in Gottes Heilsplan. Und bedenken wir: es war
ein „Ja“ in eine höchst ungewisse Zukunft hinein.
Gott nichts in den Weg zu stellen, ihn in mein
Leben einzulassen, Ja zu Gottes Plänen zu sagen
- das ist auch jene große Herausforderung für
uns als Christen. Diese Herausforderung war bei
Maria einzigartig und sieht für uns heute ganz
unterschiedlich aus. Aber diese Herausforderung
kommt gewiss, wenn man sich einmal ganz auf
Gott eingelassen hat. Und ein zweites:
- In Maria ist Jesus Christus gewachsen und
durch sie in die Welt gekommen.
Dieses Faktum im Leben der Jungfrau und Gottesmutter
Maria ist etwas Einzigartiges und Unwiederholbares
und bedenken wir: die Menschwerdung
des göttlichen Wortes ist ja das Geheimnis
unseres Glaubens schlechthin. Unfassbar
und einmalig ist dieses Geschehen gewesen;
aber geistlich gesehen, steckt darin auch die Frage
an uns, wo und wie Jesus Christus in unserem
Leben vorkommt. Wie lebt dieser Jesus
Christus auch in mir und was könnte mein kleiner
Beitrag sein, dass dieser Jesus Christus auch
heute in unsere Welt kommen kann? Die große
und gemeinsame Aufgabe für alle Getauften besteht
ja gerade darin, Christus zur Welt zu bringen;
mitzuhelfen, dass seine heilende, seine liebende
Gegenwart, auch heute erfahren wird.
Manchmal erwischen wir uns vielleicht, dass wir -
was z.B. die Ereignisse in und um Sievernich
betreffen – unruhig, ja sogar ungeduldig werden.
Und vielleicht wird das auch verstärkt in diesem
Jubiläumsjahr der Fall sein, wo man doch
manchmal denkt: „Es ist doch so offensichtlich,
dass hier…“ Unruhe, Fragen, wie es weitergehen
könnte, sind auch gut und wichtig, weil sonst
Dinge und Ereignisse oft schnell in Vergessenheit
geraten können. Aber versuchen wir, gerade
in diesem besonderen Jahr und in diesem Monat,
schon jetzt (!) ganz und voll das zu leben, was der
Wunsch der Gottesmutter ist. Sie wünscht sich
nichts sehnlicher als dass alle Menschen zu ihrem
Sohn finden!
Ohne zu wissen, wie und wann die Kirche sich
eventuell der Geschehnisse in Sievernich genauer
annehmen wird, ist es jetzt Gebot der Stunde,
alle Energien zum Aufbau des Reiches Gottes
einzusetzen, und zwar konkret da, wo Gott mich
hingestellt hat.
Und damit die Menschen, Jesus Christus überhaupt
entdecken können, ist jeder von uns gefragt.
Es geht letztlich darum, wie Jesus Christus,
jenes unbesiegbare Licht der Welt, auch durch
mich hindurch diese oft so dunkle Welt erhellen
kann. Sicher, Gott hat unendlich viele Möglichkeiten,
dass die Menschen ihn und seinen geliebten
Sohn finden. Und Maria stellt er uns zur Seite,
damit wir Jesus Christus suchen und finden. In
diesem Zusammenhang ist es wichtig, besonders
die Botschaften anzuschauen, die M. Strack vor
10 Jahren erhalten hat und die gerade in diesem
Jubiläumsjahr neu in den Blick genommen werden
sollten, wie z.B. folgende:
„Einen jeden von euch habe ich gerufen… Ich
rufe euch, ihr jedoch entscheidet selbst, ob ihr
meinem Ruf folgt. Diese freie Entscheidung
möchte mein göttlicher Sohn von euch. Aus
Liebe sollt ihr euch für Ihn entscheiden.“
(08.06.2000) Maria ist immer und nur in Einheit
mit ihrem Sohn zu verstehen. So heißt es ferner –
ebenso in jener frühen Botschaft-: „Liebe Kinder,
ich grüße und segne euch im Namen meines
geliebten göttlichen Sohnes Jesus Christus.
Er ist es, der euch Liebe, Heil und Segen
spendet. In Seinem Auftrag komme ich zu
euch.“ (08.06.2000)
Wir befinden uns liturgisch gesehen bis Pfingsten
noch in der Osterzeit. Schauen wir zum Schluss
wiederholt auf jenes uralte, „österliche“ und wunderschöne
Mariengebet, das „Regina caeli“, in
folgender aus der Liturgie bekannten Übersetzung:
„O Himmelskönigin, frohlocke, Halleluja.
Denn er, den du zu tragen würdig warst, Halleluja,
ist erstanden, wie er sagte. Halleluja. Bitt Gott für
uns, Maria. Halleluja.“
Es handelt sich um die Zusammenfassung von
Band 1 und Band 2 mit Ergänzungen und den
Vorkommnissen bis heute.

Dieses Buch wird ab dem 28. April 2010 durch
den Bauverein Sievernich e.V. zum Preis von
10,00 Euro verkauft.
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Auszug aus der Enzyklika SPE SALVI von Papst
Benedikt XVI. vom 30.11.2007 (aus Nr. 50):
„Vom Kreuz her empfingst du eine neue Sendung.
Vom Kreuz her wurdest du auf neue Weise
Mutter: Mutter für alle, die deinem Sohn Jesus
glauben und ihm folgen wollen. Das Schwert des
Schmerzes durchbohrte dein Herz. War die Hoffnung
gestorben? War die Welt endgültig ohne
Licht, das Leben ohne Ziel? In jener Stunde hast
du gewiß neu in deinem Innern auf das Wort des
Engels gehört, mit dem er auf dein Erschrecken
beim Augenblick der Verheißung geantwortet
hatte: "Fürchte dich nicht, Maria!" (Lk 1, 30). Wie
oft hatte der Herr, dein Sohn, dasselbe zu seinen
Jüngern gesagt: Fürchtet euch nicht! In der Nacht
von Golgotha hörtest du in deinem Herzen neu
das Wort. Zu seinen Jüngern hatte er vor der
Stunde des Verrats gesagt: "Habt Mut. Ich habe
die Welt überwunden" (Joh 16, 33). "Euer Herz
lasse sich nicht verwirren und zage nicht" (Joh
14, 27). "Fürchte dich nicht, Maria!" In der Stunde
zu Nazareth hatte der Engel zu dir auch gesagt:
"Seines Reiches wird kein Ende sein" (Lk 1, 33).
War es zu Ende, bevor es begonnen hatte? Nein,
beim Kreuz warst du von Jesu eigenem Wort her
zur Mutter der Glaubenden geworden. In diesem
Glauben, der auch im Dunkel des Karsamstags
Gewißheit der Hoffnung war, bist du auf den Ostermorgen
zugegangen. Die Freude der Auferstehung
hat dein Herz berührt und dich nun neu mit
den Jüngern zusammengeführt, die Familie Jesu
werden sollten durch den Glauben. So warst du
inmitten der Gemeinschaft der Glaubenden, die in
den Tagen nach der Himmelfahrt Jesu einmütig
um die Gabe des Heiligen Geistes beteten (vgl.
Apg 1, 14) und sie dann am Pfingsttag empfingen.
Das "Reich" Jesu war anders, als die Menschen
es hatten erdenken können. Es begann in
jener Stunde, und dieses "Reiches" wird kein Ende
sein. So bleibst du inmitten der Jünger als ihre
Mutter, als Mutter der Hoffnung. Heilige Maria,
Mutter Gottes, unsere Mutter, lehre uns mit dir
glauben und hoffen und lieben. Zeige uns den
Weg zu seinem Reich. Stern des Meeres, leuchte
uns und führe uns auf unserem Weg!“