Informationsblatt der Blauen Gebetsoase

in Sievernich

 Mai 2010

 

Geistlicher Impuls

Der Monat Mai ist bei vielen im Bewusstsein als der klassische Marienmonat. In der Kirche besteht die Tradition, dass im Monat Mai besonders an die Gottesmutter gedacht wird, schon sehr lange. Hier wäre ganz vieles zu sagen; herausgreifen wollen wir zwei Aspekte:

- Maria hat „Ja“ gesagt. Wie auch immer damals alles gewesen sein mag: Als der Engel Gabriel mit einer unfassbaren Botschaft Gottes an Maria herantrat, war das Entscheidende, dass Maria „Ja“ gesagt hat. Gott ist durch den Engel mit einer Frage, einer Bitte an Maria herangetreten bzw. es ist auch Maria selbst, die nachfragt (vgl. Lk 1,34). Gott hat Maria nicht einfach überrumpelt oder vor vollendete Tatsachen gestellt. Nein, das eindeutige, freie und klare Ja Marias war notwendig in Gottes Heilsplan. Und bedenken wir: es war ein „Ja“ in eine höchst ungewisse Zukunft hinein. Gott nichts in den Weg zu stellen, ihn in mein Leben einzulassen, Ja zu Gottes Plänen zu sagen - das ist auch jene große Herausforderung für uns als Christen. Diese Herausforderung war bei Maria einzigartig und sieht für uns heute ganz unterschiedlich aus. Aber diese Herausforderung kommt gewiss, wenn man sich einmal ganz auf Gott eingelassen hat. Und ein zweites:

- In Maria ist Jesus Christus gewachsen und durch sie in die Welt gekommen. Dieses Faktum im Leben der Jungfrau und Gottesmutter Maria ist etwas Einzigartiges und Unwiederholbares und bedenken wir: die Menschwerdung des göttlichen Wortes ist ja das Geheimnis unseres Glaubens schlechthin. Unfassbar und einmalig ist dieses Geschehen gewesen; aber geistlich gesehen, steckt darin auch die Frage an uns, wo und wie Jesus Christus in unserem Leben vorkommt. Wie lebt dieser Jesus Christus auch in mir und was könnte mein kleiner Beitrag sein, dass dieser Jesus Christus auch heute in unsere Welt kommen kann? Die große und gemeinsame Aufgabe für alle Getauften besteht ja gerade darin, Christus zur Welt zu bringen; mitzuhelfen, dass seine heilende, seine liebende Gegenwart, auch heute erfahren wird.

Manchmal erwischen wir uns vielleicht, dass wir - was z.B. die Ereignisse in und um Sievernich betreffen – unruhig, ja sogar ungeduldig werden. Und vielleicht wird das auch verstärkt in diesem Jubiläumsjahr der Fall sein, wo man doch manchmal denkt: „Es ist doch so offensichtlich, dass hier…“ Unruhe, Fragen, wie es weitergehen könnte, sind auch gut und wichtig, weil sonst Dinge und Ereignisse oft schnell in Vergessenheit geraten können. Aber versuchen wir, gerade in diesem besonderen Jahr und in diesem Monat, schon jetzt (!) ganz und voll das zu leben, was der Wunsch der Gottesmutter ist. Sie wünscht sich nichts sehnlicher als dass alle Menschen zu ihrem Sohn finden!

Ohne zu wissen, wie und wann die Kirche sich eventuell der Geschehnisse in Sievernich genauer annehmen wird, ist es jetzt Gebot der Stunde, alle Energien zum Aufbau des Reiches Gottes einzusetzen, und zwar konkret da, wo Gott mich hingestellt hat.

Und damit die Menschen, Jesus Christus überhaupt entdecken können, ist jeder von uns gefragt. Es geht letztlich darum, wie Jesus Christus, jenes unbesiegbare Licht der Welt, auch durch mich hindurch diese oft so dunkle Welt erhellen kann. Sicher, Gott hat unendlich viele Möglichkeiten, dass die Menschen ihn und seinen geliebten Sohn finden. Und Maria stellt er uns zur Seite, damit wir Jesus Christus suchen und finden. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, besonders die Botschaften anzuschauen, die M. Strack vor 10 Jahren erhalten hat und die gerade in diesem Jubiläumsjahr neu in den Blick genommen werden sollten, wie z.B. folgende:

„Einen jeden von euch habe ich gerufen… Ich rufe euch, ihr jedoch entscheidet selbst, ob ihr meinem Ruf folgt. Diese freie Entscheidung möchte mein göttlicher Sohn von euch. Aus Liebe sollt ihr euch für Ihn entscheiden.“ (08.06.2000) Maria ist immer und nur in Einheit mit ihrem Sohn zu verstehen. So heißt es ferner – ebenso in jener frühen Botschaft-: „Liebe Kinder, ich grüße und segne euch im Namen meines geliebten göttlichen Sohnes Jesus Christus. Er ist es, der euch Liebe, Heil und Segen spendet. In Seinem Auftrag komme ich zu euch.“ (08.06.2000)

Wir befinden uns liturgisch gesehen bis Pfingsten noch in der Osterzeit. Schauen wir zum Schluss wiederholt auf jenes uralte, „österliche“ und wunderschöne Mariengebet, das „Regina caeli“, in folgender aus der Liturgie bekannten Übersetzung: „O Himmelskönigin, frohlocke, Halleluja. Denn er, den du zu tragen würdig warst, Halleluja, ist erstanden, wie er sagte. Halleluja. Bitt Gott für uns, Maria. Halleluja.“

Im Mai wird ein neues Buch der Botschaften von Sievernich „IHR SEID NICHT ALLEIN GELASSEN!“ erscheinen.

Es handelt sich um die Zusammenfassung von Band 1 und Band 2 mit Ergänzungen und den Vorkommnissen bis heute.



Dieses Buch wird ab dem 28. April 2010 durch den Bauverein Sievernich e.V. zum Preis von 10,00 Euro verkauft.

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Auszug aus der Enzyklika SPE SALVI von Papst Benedikt XVI. vom 30.11.2007 (aus Nr. 50):

„Vom Kreuz her empfingst du eine neue Sendung. Vom Kreuz her wurdest du auf neue Weise Mutter: Mutter für alle, die deinem Sohn Jesus glauben und ihm folgen wollen. Das Schwert des Schmerzes durchbohrte dein Herz. War die Hoffnung gestorben? War die Welt endgültig ohne Licht, das Leben ohne Ziel? In jener Stunde hast du gewiß neu in deinem Innern auf das Wort des Engels gehört, mit dem er auf dein Erschrecken beim Augenblick der Verheißung geantwortet hatte: "Fürchte dich nicht, Maria!" (Lk 1, 30). Wie oft hatte der Herr, dein Sohn, dasselbe zu seinen Jüngern gesagt: Fürchtet euch nicht! In der Nacht von Golgotha hörtest du in deinem Herzen neu das Wort. Zu seinen Jüngern hatte er vor der Stunde des Verrats gesagt: "Habt Mut. Ich habe die Welt überwunden" (Joh 16, 33). "Euer Herz lasse sich nicht verwirren und zage nicht" (Joh 14, 27). "Fürchte dich nicht, Maria!" In der Stunde zu Nazareth hatte der Engel zu dir auch gesagt: "Seines Reiches wird kein Ende sein" (Lk 1, 33). War es zu Ende, bevor es begonnen hatte? Nein, beim Kreuz warst du von Jesu eigenem Wort her zur Mutter der Glaubenden geworden. In diesem Glauben, der auch im Dunkel des Karsamstags Gewißheit der Hoffnung war, bist du auf den Ostermorgen zugegangen. Die Freude der Auferstehung hat dein Herz berührt und dich nun neu mit den Jüngern zusammengeführt, die Familie Jesu werden sollten durch den Glauben. So warst du inmitten der Gemeinschaft der Glaubenden, die in den Tagen nach der Himmelfahrt Jesu einmütig um die Gabe des Heiligen Geistes beteten (vgl. Apg 1, 14) und sie dann am Pfingsttag empfingen. Das "Reich" Jesu war anders, als die Menschen es hatten erdenken können. Es begann in jener Stunde, und dieses "Reiches" wird kein Ende sein. So bleibst du inmitten der Jünger als ihre Mutter, als Mutter der Hoffnung. Heilige Maria, Mutter Gottes, unsere Mutter, lehre uns mit dir glauben und hoffen und lieben. Zeige uns den Weg zu seinem Reich. Stern des Meeres, leuchte uns und führe uns auf unserem Weg!“