Informationsblatt der Blauen Gebetsoase
in Sievernich
Liebe Beterinnen und Beter in Sievernich!
Wenn wir das Wort „Sündenfall“ hören, sind wir
als geschulte Kirchgänger innerlich sehr
schnell bei der sogenannten „Ursünde“ der
Stammeltern Adam und Eva im Paradies, die
der Versuchung, vom Baum der Erkenntnis zu
essen und damit Gott gleich zu werden, nicht
widerstehen konnten.
Die Verlockung war einfach zu groß, obwohl
Gott den Verzehr des Apfels vom Baum der
Erkenntnis ausdrücklich verboten und auf die
fatalen Folgen hingewiesen hat.
So ist der Mensch nun einmal! Man muss ihn
nur mit der Nase darauf stoßen, dass er etwas
unbedingt nicht tun soll, und man darf sicher
sein, dass er genau das! früher oder später tun
wird. Diese Erfahrung können wir nicht nur an
Kindern ablesen, die sich bis tief in die Nacht
vor den Fernseher setzen, sobald die Eltern
aus dem Haus sind, es ist eine Grundhaltung
gegenüber jeder Form von Sünde, die tief in
jedem Menschenherz verankert ist.
Die Sünde lockt, ihre bittersüße Anziehungskraft
verfolgt den Menschen bis ins Grab, da
der Mensch von seinem Wesen her ein verführbares
Wesen ist.
Dietrich Bonhoeffer bestimmt die Sünde als
Verweigerung der Verantwortung für die anderen,
d.h. in der Sprache des hl.Augustinus, als
„incurvatio in seipsum“ („Verkrümmung in sich
selbst“): Der Sünder ist der Mensch, der sich
selbst“): Der Sünder ist der Mensch, der sich
nicht mehr aus seinen Beziehungen heraus
versteht – von- Gott-her und auf-die-anderenhin
–, sondern sich selbst autark als Zentrum
der Welt betrachtet.
Wenn der Mensch sich selbst zum Gott macht
– und darin sieht Bonhoeffer das Wesen der
„Sünde Adams“, der sein wollte wie Gott –,
korrumpiert er die ursprüngliche Beziehung zu
seinen Mitmenschen wie zu Gott: Sind sie
nützlich, werden sie ausgebeutet, sind sie
Konkurrenten, werden sie vernichtet.
Die Sünde als die „incurvatio cordis in se
ipsum“ - das in sich selbst hinein verkrümmte
Herz - finden wir an unzähligen Stellen der hl.
Schrift.
Neben der Ursünde im Paradies ist nicht zuletzt
der Turmbau zu Babel ein Paradebeispiel
für den Menschen, der sich selbst völlig aus
dem Blick verloren hat, und endlich wie Gott
werden will.
Am Karfreitag ereignet sich recht besehen, die
Steigerung und Vollendung der Ursünde, indem
der Mensch Gott nicht nur hintergeht, betrügt
oder ausklammert, sondern ihn am Pfahl
des Kreuzes hinrichtet wie einen Schwerverbrecher.
Der Mensch tötet Gott! Ist eine größere
Sünde noch denkbar?
Nun kann man sich die Frage stellen, was diese
fürchterliche Tat am Karfreitag denn mit uns
tun hat, die wir 2000 Jahre später leben? Tragen
wir etwa (Mit)-Verantwortung für die Kreuzigung
des Gottessohnes?
Die Antwort lautet: Ja.
Denn Jesus ist nicht nur wegen eines fatalen
Fehlurteils des Hohen Rates und der Wankelmütigkeit
des Pilatus hingerichtet worden; nach
christlichem Verständnis hat Jesus alle Sünden
der gesamten Menschheit stellvertretend
auf sich geladen und ans Kreuz getragen.
Angefangen von Adam und Eva, über Kain und
Abel bis hin zu den Zeitgenossen Jesu und
dem letzten lebenden Menschen in der Zukunft
ballt sich auf den geschundenen Schultern des
Herrn eine milliardenfache Sündenlast aller
Menschen aller Zeiten.
Und so sind am Karfreitag auch unsere persönlichen
Vergehen und Sünden vorweggenommen
von Jesus getragen, erlitten und gesühnt
worden.
Eine erschütternde Erkenntnis, dass auch ich
hier und heute durch jede begangene Sünde
die Nägel im Fleisch des Herrn tiefer in das
Holz des Kreuzes ramme.
Jede Sünde ist wie ein Hammer, der noch
nachträglich auf die Kreuzesnägel Christi einschlägt.
Welch unglaubliche Liebestat hat der Herr uns
also erwiesen!
Womit haben wir diese Liebe nur verdient?
Verdient haben wir sie wahrlich nicht, sie gründet
allein in der unauslotbaren Liebe und Sorge
Gottes um den Menschen, der sich lieber
selber kreuzigen lässt als die Menschheit aufzugeben
und dem Teufel zu überlassen.
Die letzten Worte des HERRN am Kreuz deuten
an, was in diesem Augenblick geschieht:
„Es ist vollbracht!“
Er hat mit seiner Selbsthingabe etwas vollbracht,
wozu kein Mensch, auch nicht der
frömmste und größte, fähig gewesen wäre: Er
hat die gesamte Menschheit erlöst durch sein
heiliges und unschuldiges Blut.
Nur das Lamm Gottes, das die milliardenfachen
Sünden der ganzen Welt hinweg nimmt,
konnte den zweiten Sündenfall der Menschheit,
die Hinrichtung Gottes am Kreuz, noch
zum Guten für uns Menschen wenden.
Gott musste bis zum Äußersten gehen, um
uns allesamt vor dem ewigen Verderben zu
erretten.
Einzig dieses unwiederholbare Lebensopfer
des HERRN am Schandpfahl des Kreuzes
konnte und kann uns die berechtigte Hoffnung
auf ein wahres Ostern schenken. Nur weil der
HERR „hinabgestiegen ist in das Reich des
Todes“ und damit den Tod gebunden und für
alle Zeiten überwunden hat, dürfen wir am
Ostermorgen dankbar in das himmlische „Exultet“
einstimmen: „Frohlocket, ihr Chöre der
Engel, frohlocket, ihr himmlischen Scharen,
lasset die Posaune erschallen, preiset den
Sieger, den erhabenen König!“
Dafür können wir unserem HERRN Jesus
Christus niemals genug danken!
Alleluja!
Pfarrer Frank Aumüller, Marienthal
In der Pfarrkirche in Sievernich im Bereich des
Haupteinganges, liegt ein Fürbittbuch. In diesem
können Mitbeter ihre persönlichen Bitten an Gott
und/oder die Gottesmutter eintragen. Dieses Fürbittbuch
wird bei der Opferung mit den Opfergaben
zum Altar gebracht und verbleibt dort bis zum Ende
der Messe.
10 Jahre Gebet in Sievernich
Am Montag, 29. März 2010 sind alle Interessierten
zum alljährlich stattfindenden Gebetsweg von
Düren-Gürzenich nach Vettweiß-Sievernich eingeladen.
Der Gebetsweg wurde auf ausdrücklichem
Wunsch der Gottesmutter organisiert, die mit hoher
Wahrscheinlichkeit vor zehn Jahren in Sievernich
erschienen ist. Menschen, die diesen
Weg mitgehen möchten, sind eingeladen besonders
für den Frieden in der Welt, in den Gemeinden
und Familien zu beten. Auch persönliche
Anliegen können betend und pilgernd zu Gott
getragen werden.
Um 9.00 Uhr fährt ein Bus an der Haltestelle Sievernich
Kirche nach Gürzenich St.Johannes
Evangelist ab. Der allgemeine Treffpunkt ist das
Jugendheim Gürzenich. In St. Johannes Evangelist
findet um 10.15 Uhr eine kurze Andacht statt,
die mit dem Segen von Pfarrer Mertens endet. Im
Anschluss daran beginnt der Fußweg nach Sievernich.
Ein Bus begleitet die Beter auf dem gesamten
Gebetsweg. Entlang der gesamten
Wegstrecke werden sechs Zusteigemöglichkeiten
in den Bus angeboten. An der Pfarrrkirche in Soller
findet von 14.30 bis 15.30 Uhr eine Mittagspause
statt. Der Kostenbeitrag für den Bus beträgt
10 Euro. Hingewiesen sei ausdrücklich darauf,
dass man in Sievernich aus dem neu gebauten
Brunnen Wasser für sich und kranke
Menschen abfüllen kann, welches am Abend mit
den Andachtsgegenständen in der hl. Messe um
18.15 Uhr gesegnet wird.
Schriftliche Anmeldung erbeten an Förderverein
Sievernich, Schafsacker 7, 53909 Zülpich
willi.offermann@t-online.de