Informationsblatt der Blauen Gebetsoase

in Sievernich

 April 2010

 

Liebe Beterinnen und Beter in Sievernich!

Wenn wir das Wort „Sündenfall“ hören, sind wir als geschulte Kirchgänger innerlich sehr schnell bei der sogenannten „Ursünde“ der Stammeltern Adam und Eva im Paradies, die der Versuchung, vom Baum der Erkenntnis zu essen und damit Gott gleich zu werden, nicht widerstehen konnten. Die Verlockung war einfach zu groß, obwohl Gott den Verzehr des Apfels vom Baum der Erkenntnis ausdrücklich verboten und auf die fatalen Folgen hingewiesen hat. So ist der Mensch nun einmal! Man muss ihn nur mit der Nase darauf stoßen, dass er etwas unbedingt nicht tun soll, und man darf sicher sein, dass er genau das! früher oder später tun wird. Diese Erfahrung können wir nicht nur an Kindern ablesen, die sich bis tief in die Nacht vor den Fernseher setzen, sobald die Eltern aus dem Haus sind, es ist eine Grundhaltung gegenüber jeder Form von Sünde, die tief in jedem Menschenherz verankert ist. Die Sünde lockt, ihre bittersüße Anziehungskraft verfolgt den Menschen bis ins Grab, da der Mensch von seinem Wesen her ein verführbares Wesen ist.

Dietrich Bonhoeffer bestimmt die Sünde als Verweigerung der Verantwortung für die anderen, d.h. in der Sprache des hl.Augustinus, als „incurvatio in seipsum“ („Verkrümmung in sich selbst“): Der Sünder ist der Mensch, der sich selbst“): Der Sünder ist der Mensch, der sich nicht mehr aus seinen Beziehungen heraus versteht – von- Gott-her und auf-die-anderenhin –, sondern sich selbst autark als Zentrum der Welt betrachtet.
Wenn der Mensch sich selbst zum Gott macht – und darin sieht Bonhoeffer das Wesen der „Sünde Adams“, der sein wollte wie Gott –, korrumpiert er die ursprüngliche Beziehung zu seinen Mitmenschen wie zu Gott: Sind sie nützlich, werden sie ausgebeutet, sind sie Konkurrenten, werden sie vernichtet.

Die Sünde als die „incurvatio cordis in se ipsum“ - das in sich selbst hinein verkrümmte Herz - finden wir an unzähligen Stellen der hl. Schrift.
Neben der Ursünde im Paradies ist nicht zuletzt der Turmbau zu Babel ein Paradebeispiel für den Menschen, der sich selbst völlig aus dem Blick verloren hat, und endlich wie Gott werden will.

Am Karfreitag ereignet sich recht besehen, die Steigerung und Vollendung der Ursünde, indem der Mensch Gott nicht nur hintergeht, betrügt oder ausklammert, sondern ihn am Pfahl des Kreuzes hinrichtet wie einen Schwerverbrecher. Der Mensch tötet Gott! Ist eine größere Sünde noch denkbar?
Nun kann man sich die Frage stellen, was diese fürchterliche Tat am Karfreitag denn mit uns tun hat, die wir 2000 Jahre später leben? Tragen wir etwa (Mit)-Verantwortung für die Kreuzigung des Gottessohnes?

Die Antwort lautet: Ja.

Denn Jesus ist nicht nur wegen eines fatalen Fehlurteils des Hohen Rates und der Wankelmütigkeit des Pilatus hingerichtet worden; nach christlichem Verständnis hat Jesus alle Sünden der gesamten Menschheit stellvertretend auf sich geladen und ans Kreuz getragen.
Angefangen von Adam und Eva, über Kain und Abel bis hin zu den Zeitgenossen Jesu und dem letzten lebenden Menschen in der Zukunft ballt sich auf den geschundenen Schultern des Herrn eine milliardenfache Sündenlast aller Menschen aller Zeiten.
Und so sind am Karfreitag auch unsere persönlichen Vergehen und Sünden vorweggenommen von Jesus getragen, erlitten und gesühnt worden.
Eine erschütternde Erkenntnis, dass auch ich hier und heute durch jede begangene Sünde die Nägel im Fleisch des Herrn tiefer in das Holz des Kreuzes ramme.
Jede Sünde ist wie ein Hammer, der noch nachträglich auf die Kreuzesnägel Christi einschlägt.
Welch unglaubliche Liebestat hat der Herr uns also erwiesen!

Womit haben wir diese Liebe nur verdient?
Verdient haben wir sie wahrlich nicht, sie gründet allein in der unauslotbaren Liebe und Sorge Gottes um den Menschen, der sich lieber selber kreuzigen lässt als die Menschheit aufzugeben und dem Teufel zu überlassen.
Die letzten Worte des HERRN am Kreuz deuten an, was in diesem Augenblick geschieht: „Es ist vollbracht!“
Er hat mit seiner Selbsthingabe etwas vollbracht, wozu kein Mensch, auch nicht der frömmste und größte, fähig gewesen wäre: Er hat die gesamte Menschheit erlöst durch sein heiliges und unschuldiges Blut.
Nur das Lamm Gottes, das die milliardenfachen Sünden der ganzen Welt hinweg nimmt, konnte den zweiten Sündenfall der Menschheit, die Hinrichtung Gottes am Kreuz, noch zum Guten für uns Menschen wenden.
Gott musste bis zum Äußersten gehen, um uns allesamt vor dem ewigen Verderben zu erretten.

Einzig dieses unwiederholbare Lebensopfer des HERRN am Schandpfahl des Kreuzes konnte und kann uns die berechtigte Hoffnung auf ein wahres Ostern schenken. Nur weil der HERR „hinabgestiegen ist in das Reich des Todes“ und damit den Tod gebunden und für alle Zeiten überwunden hat, dürfen wir am Ostermorgen dankbar in das himmlische „Exultet“ einstimmen: „Frohlocket, ihr Chöre der Engel, frohlocket, ihr himmlischen Scharen, lasset die Posaune erschallen, preiset den Sieger, den erhabenen König!“

Dafür können wir unserem HERRN Jesus Christus niemals genug danken!

Ihnen allen ein frohes und gesegnetes Osterfest 2010!
Alleluja!

Pfarrer Frank Aumüller, Marienthal


In der Pfarrkirche in Sievernich im Bereich des Haupteinganges, liegt ein Fürbittbuch. In diesem können Mitbeter ihre persönlichen Bitten an Gott und/oder die Gottesmutter eintragen. Dieses Fürbittbuch wird bei der Opferung mit den Opfergaben zum Altar gebracht und verbleibt dort bis zum Ende der Messe.
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10 Jahre Gebet in Sievernich

Am Montag, 29. März 2010 sind alle Interessierten zum alljährlich stattfindenden Gebetsweg von Düren-Gürzenich nach Vettweiß-Sievernich eingeladen.

Der Gebetsweg wurde auf ausdrücklichem Wunsch der Gottesmutter organisiert, die mit hoher Wahrscheinlichkeit vor zehn Jahren in Sievernich erschienen ist. Menschen, die diesen Weg mitgehen möchten, sind eingeladen besonders für den Frieden in der Welt, in den Gemeinden und Familien zu beten. Auch persönliche Anliegen können betend und pilgernd zu Gott getragen werden.

Um 9.00 Uhr fährt ein Bus an der Haltestelle Sievernich Kirche nach Gürzenich St.Johannes Evangelist ab. Der allgemeine Treffpunkt ist das Jugendheim Gürzenich. In St. Johannes Evangelist findet um 10.15 Uhr eine kurze Andacht statt, die mit dem Segen von Pfarrer Mertens endet. Im Anschluss daran beginnt der Fußweg nach Sievernich. Ein Bus begleitet die Beter auf dem gesamten Gebetsweg. Entlang der gesamten Wegstrecke werden sechs Zusteigemöglichkeiten in den Bus angeboten. An der Pfarrrkirche in Soller findet von 14.30 bis 15.30 Uhr eine Mittagspause statt. Der Kostenbeitrag für den Bus beträgt 10 Euro. Hingewiesen sei ausdrücklich darauf, dass man in Sievernich aus dem neu gebauten Brunnen Wasser für sich und kranke Menschen abfüllen kann, welches am Abend mit den Andachtsgegenständen in der hl. Messe um 18.15 Uhr gesegnet wird.

Schriftliche Anmeldung erbeten an Förderverein Sievernich, Schafsacker 7, 53909 Zülpich
willi.offermann@t-online.de