Informationsblatt der Blauen Gebetsoase

in Sievernich

 April 2008

  

„Herr öffne meine Lippen, damit mein Mund Dein Lob verkünde.“

Mit diesem Satz beginnt das tägliche Stundengebet, welches ich Ihnen, liebe Beterinnen und Beter, sehr ans Herz legen möchte. Es ist sehr schön und wohltuend, Balsam für die Seele, täglich mit Gott sprechen zu dürfen. Keiner ist verlässlicher als Jesus, der selbst von vielen Menschen verlassen wurde. Unter Seinem Kreuz standen nur drei Personen. Diese Drei waren Ihm treu ergeben, ließen sich nicht beirren, schauten nicht nach links und nach rechts, trugen Mut und Demut in sich, indem sie auf den Herrn schauten und Ihm beistanden. Sind Sie auch Menschen begegnet, die Ihnen beistanden, noch zur Seite stehen, oder haben Sie sogar einen geistlichen Begleiter? Eine(n) Freund(in), die (der) sich zu Ihnen bekennt, auch wenn es einmal schwierig wird? Dies sind wahre Geschenke Gottes! Nicht die Freundschaft mit Gott alleine ist für uns Christen erstrebenswert. Die Freundschaft und der freundliche respektvolle Umgang mit unserem Nächsten sollte dies ebenso sein. Beides ist miteinander verwoben und nicht trennbar. Oft erkennen Menschen erst am Grab des Nächsten, wie kostbar dieser Mensch doch war. Betrachten wir uns doch einmal selbst: Wie bin ich heute mit meinem Nächsten umgegangen? Wertvoll für uns alle wäre es, an jedem Abend diese Frage zu bedenken.

Voller Freude durften wir Ostern den Sieg Christi über Dunkelheit und Tod, Seine Auferstehung, feiern. Ist es nicht gleichzeitig für uns ein großer Trost, Ihm selbst in der Ewigkeit zu begegnen? Ist Seine Auferstehung nicht auch ein Sieg für uns? Er wird es selbst sein, liebe Beterinnen und Beter, der uns nach unserem irdischen Leben wie einen Freund begrüßt, ja vielleicht sogar umarmt! Welch eine Freude! Deshalb ist es wichtig, wie wir unser Leben jetzt gestalten.

„Herr öffne meine Lippen, damit mein Mund Dein Lob verkünde.“

Kann ich denn noch in der heutigen Zeit im Glauben leben? Wird es mir nicht zu schwer? Ist es nicht einfacher und bequemer, dem Trend der Kirchenmüdigkeit und Gleichgültigkeit zu folgen?

Liebe Beterinnen und Beter, ja, Sie können Ihren Glauben heute leben. Es ist heute wichtiger, denn je. Schwer wird es Ihnen nicht; denn Sie bekommen den Beistand, den der Herr selbst uns verheißen hat: Den Heiligen Geist. Leider ist Er in der heutigen Zeit oft in Vergessenheit geraten. Kirchenmüdigkeit und Gleichgültigkeit, besonders die Gleichgültigkeit, sind nach meiner Erfahrung gefährlich wie Treibsand. Entweder es gibt noch ein Entrinnen oder der Mensch gleitet im Glauben ganz ab. Eine sogenannte Grauzone wird es in unserem Glauben meiner Ansicht nach nicht mehr lange geben. Da sind wir schon bei dem Thema, was uns heute in unserer Kirche, in unseren Bistümern, in unseren Gemeinden fehlt: Was denken Sie, kann uns aus der Kirchenmüdigkeit und Gleichgültigkeit führen, welches pastorale Konzept greift wohl? Haben Sie sich schon einmal Gedanken darüber gemacht in unseren Zeiten des großen kirchlichen Strukturwandels? Unsere Presse berichtet täglich zahlreich davon und viele Menschen scheinen selbst ihren Bischöfen nicht mehr zu vertrauen. Und nun? Soll ich resignieren? Nein! Durch pastorale Konzepte wird kein kirchenferner oder ungläubiger Mensch zum Glauben finden können; denn wie wollen diese erdachten Konzepte denn je mit diesem Menschen in Berührung kommen? Diese Konzepte helfen den Menschen, die schon Kirchenbesucher sind. Aber, was fehlt uns dann?

Es fehlen uns Vorbilder, Menschen, die vor Ort ihren Glauben versuchen zu leben. Menschen, die miteinander beten, helfende Hände. Menschen begegnen einander, Menschen, die die heilige Messe regelmäßig besuchen, und Menschen, die von sich sagen, die Kirche nicht zu besuchen. Meine Gesprächspartner begründeten ihre Kirchenferne mit den gemachten negativen Erfahrungen bzgl. des Klerus. Oft habe ich im Gespräch mit ihnen festgestellt, dass doch noch etwas in ihrer Seele ist, was von Gott berührt werden möchte. Auch sie tragen eine Sehnsucht nach Gott in sich, wenn auch verschüttet. Wer von uns möchte nicht von Gott geliebt werden? Streben wir nicht alle danach, von Ihm geliebt zu werden?

Seine Liebe ist es, die uns trägt, die uns ermutigt, anders zu handeln, nicht zu resignieren, sondern anzubeten und Ihn zu loben!

Die Gottesmutter sprach in Sievernich von einem großen Wandel in der Kirche, in einer Zeit, wo wir noch nicht ahnen konnten, wie radikal und rasch uns dieser Wandel treffen wird. Dies ist unsere Zeit. Es hat einen Grund, warum uns Gott in dieser Zeit leben lässt und nicht in einer anderen. Tun wir doch, was uns möglich ist und was die Gottesmutter uns ans Herz gelegt hat:

Anbetung, Gebet, Katechese, Begegnung, Bitte um Heilung für die Kranken, Gebet um Bekehrung der Sünder.

Verzagen wir nicht; denn Gott hat uns in diese Zeit gestellt, mit unseren Füßen, fest auf diesen Boden hier. Er hat uns nicht verlassen und wird uns nicht verlassen! In Zeiten eines großen Strukturwandels der Kirche sandte Er uns Seine Mutter nach Sievernich. Sie hat uns ermutigt! Also, auf, lasst uns gehen!

Stimmen Sie mit mir ein:

„Herr öffne meine Lippen, damit mein Mund Dein Lob verkünde!“

Du liebst Maria.

 

Nein, nicht mehr du bist es, der sie liebt,

sondern Ich liebe sie in dir.

(aus „Mein höchstes Ideal  - Jesus, Mariens Sohn“

nach der Lehre des P. Chaminade)

Jesus:

1. Mein Bruder, da Mein Leben dein Leben und Meine Mutter deine Mutter ist, fällt es dir wohl nicht schwer, Meine Kindesliebe zu ihr nachzuahmen.

Doch du sollst Mich nicht bloß nachahmen wie ein Jünger seinen Meister oder wie ein Christ hienieden seinen Schutzpatron im Himmel. Ich bin für dich die innere Quelle des Lebens.

2. Durch Mich hast du das Leben. Meine Gesinnungen müssen die deinen werden.

Ich bin der Weinstock; du bist eine Rebe daran; der gleiche Lebenssaft kreist im Weinstock und in den Reben.

Ich bin das Haupt; du bist ein Glied Meines mystischen Leibes; das gleiche Blut fließt im Haupt und in den Gliedern.

Bist du rein, so bin Ich es, der in dir rein ist; bist du geduldig, so bin Ich es in dir; bist du liebevoll, so übe Ich die Liebe in dir; du lebst, doch nein, nicht mehr du bist es, der lebt, sondern Ich lebe in dir. Du liebst Meine Mutter. Nein, nicht mehr du bist es, der sie liebt, sondern Ich liebe sie in dir.

Verstehst du jetzt, warum du immer so glücklich bist bei deiner Marienliebe? Ich bin es, der in dir so große Freude hat an der Liebe zu ihr.

3. Du nimmst teil an Meinem Leben. Doch ist Mein Leben in dir noch lange nicht vollkommen. Wenn es so wäre, so würdest du in allem denken, wollen und handeln wie Ich. Zu viele Hindernisse hemmen die freie Entfaltung Meiner Tätigkeit in deiner Seele. Zu oft noch muss Ich in dir wie ein Gefangener in seiner Kerkerzelle leben.

Du musst diese Hindernisse wegräumen. Durch großmütige Anstrengung musst du dazu kommen, Meine Gedanken zu denken und Meinen Willen zu wollen. Du musst das ergänzen, was Meinem Leben in dir noch fehlt.

Du nimmst teil an Meiner Kindesliebe zu Meiner Mutter. Aber Meine Kindesliebe zu ihr ist noch lange nicht vollkommen in dir.

Du musst die Hindernisse entfernen: du musst durch großmütige Anstrengung dahin gelangen, dass du Meiner Mutter gegenüber Mein Denken, Mein Fühlen, Mein Wollen und Mein Handeln dir zu eigen machst.

Du musst das ergänzen, was Meiner Kindesliebe zu Maria in dir noch fehlt.

4. Beginnst du zu ahnen, was Ich dir bezüglich deiner Andacht zu Maria offenbaren möchte?

Du sollst Meine Mutter lieben, weil Ich sie liebe; du sollst sie gerne haben, wie Ich; du sollst sie lieben mit jener Liebe, mit der Ich sie liebe.

 

Die Seele:

O Jesu dulcis, o Jesu pie,

O Jesu, fili Mariae!

O süßer Jesus, o liebster Jesus!

O Jesu, du Sohn Mariens!

 

„Mein Volk, was habe Ich dir getan,
womit nur habe Ich dich betrübt? Antworte Mir.“

Worte des Bischofs von Chur, Mons. Vitus Huonder
am Gründonnerstag 2008

Brüder und Schwestern im Herrn, am Palmsonntag nahmen wir die eben zitierten Worte aus der Karfreitagsliturgie zum Leitgedanken für die ganze Karwoche.

Sie sollen uns durch diese Tage begleiten und uns hineinwachsen lassen ins Leiden und Sterben unseres Herrn und Seine Liebe zu uns erfahren lassen.

Heute feiern wir miteinander jenen Abend, da Er uns das höchste der Sakramente geschenkt hat: das Allerheiligste Sakrament Seines Leibes und Blutes, das Sakrament Seiner göttlichen Gegenwart unter den Zeichen von Brot und Wein, das Sakrament des Kreuzesopfers.

So lassen wir uns mit Blick auf dieses höchste Sakrament vom Herrn befragen: „Mein Volk, was habe Ich dir getan, womit habe Ich dich betrübt? Antworte Mir.

Was habe Ich dir getan, dass du dieses Sakrament so unwürdig behandelst?

Was habe Ich dir getan, dass du über dieses Sakrament Lehren verbreitest, die nicht Meiner Stiftung entsprechen; dass du sagst, dies sei gewöhnliches Brot und gewöhnlicher Wein, und es sei nicht denkbar, dass die Verwandlung des Brotes in Meinen heiligen Leib und des Weines in Mein kostbares Blut möglich sei?

Ich selber habe doch gesagt: „Das ist Mein Leib, das ist Mein Blut.“ Warum glaubst du Meinen Worten nicht?

Mein Volk, was habe Ich dir getan, dass du die Kinder nicht mehr in Ehrfurcht und Liebe vor diesem heiligsten Sakrament erziehst; dass du ihnen nicht mehr die Wahrheit dieses Sakramentes vermittelst; dass du ihnen auch nicht mehr sagst, dass sie dieses Sakrament mit reinem, von Sünden freiem Herz empfangen sollen?

Mein Volk, was habe Ich dir getan? Antworte Mir.

Was habe Ich dir getan, dass du dieses Sakrament nicht mehr als das Sakrament Meines Opfers am Kreuz anerkennen willst; dass du sagst, die Heilige Messe sei nicht die Vergegenwärtigung des Kreuzesopfers; dass du das Wort Opfer vermeiden willst, obwohl Ich gesagt habe: ‘Das ist Mein Leib, der für euch hingegeben wird?’

Was habe Ich dir getan, dass du aus dieser heiligen Feier ein Mahl der Belustigung und deiner Selbstbestätigung gemacht hast? Mein Volk, antworte Mir.

Mein Volk, was habe Ich dir getan, dass dir das Messopfer so wenig wert ist; dass du alles andere tust, nur nicht am eucharistischen Opfer teilnimmst und dich Sonntag für Sonntag davon fern hältst?

Was habe Ich dir getan, dass du Meine Gegenwart im Tabernakel übersiehst und gering achtest?

Was hätte Ich für dich noch mehr tun können, als dir dieses Sakrament zu schenken und Mein Kreuzesopfer auf diese Weise durch alle Zeiten und für alle Menschen wirksam bleiben zu lassen?

Was hätte Ich mehr tun können als Meinen Aposteln aufzutragen: „Tut dies zu Meinem Gedächtnis?“

Mein Volk, was habe Ich dir getan, womit habe Ich dich betrübt? Antworte Mir.“ – Amen.

 

Brief eines spanischen Märtyrers an seine Freundin

„Sooft Du an mich denkst, erinnere Dich: Es gibt ein besseres Leben!“

MADRID, 16. Februar 2008 (ZENIT.org).- Bartolomé Blanco Márquez, 1914 in Córdoba geboren, Märtyrer der religiösen Verfolgung in den 1930er-Jahren in Spanien, wurde am 28. Oktober 2007 zur Ehre der Altäre erhoben. Als Sekretär der Katholischen Aktion und Abgeordneter zur katholischen Gewerkschaft wurde er am 18. August 1936 gefangen genommen und am 2. Oktober im 22. Lebensjahr hingerichtet. Sein letzter Ruf war: „Es lebe Christus, der König!“

Am Tag vor seiner Hinrichtung schrieb er aus dem Gefängnis den folgenden Brief an seine Freundin, der im „Summarium super martyrio“ seiner Seligsprechungsakten veröffentlicht worden ist.

 

Provinzgefängnis in Jaén, 1. Oktober 1936

Meine liebste Maruja!

Bis ins Grab werde ich Dein Andenken mitnehmen, und bis zum allerletzten Schlag wird mein Herz aus Liebe zu Dir schlagen. Gott hat es für angemessen erachtet, diese weltlichen Leidenschaften zu läutern, sie zu veredeln, wenn wir einander in Ihm lieben. Obwohl ich am Ende meines Lebens stehe, ist Gott mein Licht und alles, was ich ersehne. Das heißt aber nicht, dass die Erinnerung an den Menschen, den ich am meisten liebe, mich nicht bis in die Stunde meines Todes begleiten wird.

Viele Priester stehen mir bei. Sie gießen Schätze der Gnaden in meine Seele ein und stärken sie so - welch süßer Trost! Ich blicke dem Tod ins Auge, und, glaube mir, er schüchtert mich nicht ein, er macht mir keine Angst.

Der irdische Gerichtsspruch wird meine stärkste Verteidigung im Gericht Gottes sein. Sie wollten mich niedermachen, doch sie haben mich erhöht. Durch ihre Verurteilung haben sie mich reingewaschen, und in ihrem Bemühen, mich zu vernichten, haben sie mich gerettet.

Verstehst Du, was ich meine? Aber natürlich! Denn wenn sie mich umbringen, verhelfen sie mir zum wahren Leben. Und wenn sie mich verurteilen, weil ich die höchsten Ideale von Religion, Vaterland und Familie stets hochgehalten habe, stoßen sie vor mir die Tore des Himmels auf.

Mein Leib wird hier am Friedhof von Jaén begraben werden. Es trennen mich nur noch wenige Stunden von meiner letzten Ruhe. Erlaube mir also eine einzige Bitte an Dich: Im Gedenken an unsere Liebe, die sich nun weitet, halte Dir ein einziges Ziel vor Augen: die Rettung Deiner Seele. So werden wir uns auf unsere ewige Gemeinschaft im Himmel vorbereiten, wo nichts mehr uns trennen kann.

Bis dahin, leb wohl, meine liebste Maruja! Vergiss nicht, dass ich vom Himmel her auf Dich schauen werde, und bemühe Dich, ein Vorbild einer christlichen Frau zu sein, denn am Ende helfen uns die weltlichen Güter und Freuden nichts, wenn wir nicht unsere Seelen retten konnten.

An Deine ganze Familie denke ich mit Dankbarkeit, und an Dich, meine ganze Liebe, die sich nun in der Stunde des Todes vergeistigt. Vergiss mich nicht, meine Maruja, und sooft Du an mich denkst, erinnere Dich: Es gibt ein besseres Leben, nach dem wir uns mit aller Kraft ausstrecken müssen. Sei stark, und beginne Dein Leben neu. Du bist jung und gut; Gott wird Dir helfen, darum werde ich Ihn anflehen in Seinem Reich.

Leb wohl, bis wir uns weiter lieben werden im ewigen Leben.

 

Gebetsaufruf

Bitte beten Sie mit uns für einen guten geistlichen Begleiter der Gebetsgruppe, der unsere katholische Spiritualität trägt.

 

„Das Wasser aus dem Himmel kommt oft dann, wenn es der Gärtner am wenigsten erwartet.“ Hl. Teresa von Avila

 

Einladung

In Sievernich wird regelmäßig am Gebetstag der Herz-Maria-Rosenkranz (Liebesflammen-Rosenkranz) gebetet. Vielen ist die Herkunft dieses Rosenkranzes wenig oder gar nicht bekannt. Daher besuchen uns zwei ungarische Schwestern aus der Gemeinschaft der Schwester Agnes, der der Liebeflammen-Rosenkranz offenbart wurde, und möchten mit uns ins Gespräch kommen und von ihrer Spiritualität berichten. Das Treffen findet am Gebetstag im Mai statt, und zwar am Montag, dem 5. Mai 2008. Geplant sind je nach Interessentenzahl bis zu drei Gespräche, und zwar um 10 Uhr, um 14 Uhr und um 16 Uhr. Treffpunkt ist das Pfarrheim von Sievernich.

 

Die nächsten Gebetstreffen in Sievernich:

Montag, 7. April und 5. Mai 2008